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Taunywood: Emmy findet ihr Glück

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Zum dritten Mal holten wir die Filmproduktion in den Taunus und produzierten mit 20 Jugendlichen in den Sommerferien 2018 einen Kurzfilmfilm über Liebe, Beziehungen und schwierige Entscheidungen. Emmy, die Protagonistin, verliert ihr Herz gleichzeitig an drei junge Männer, die unterschiedlicher kaum sein können: Ein begnadeter Sänger, ein athletischer Sportler und ein kluger Mechaniker konkurrieren um Emmys Liebe. Und Emmy fällt es nicht leicht, sich zu entscheiden. Sie sucht Rat bei ihrem Vater, der sie ermuntert, ihren Gefühlen nachzugehen um herauszufinden, wen sie am meisten mag. Und dabei lernt sie, dass Lebensentwürfe sehr unterschiedlich sein können.

„Emmy findet ihr Glück“ ist ein Film aus Tauny und eine Nacht. Große Gefühle finden ihren Ausdruck in starken Bildern, dynamischen Tänzen und leuchtenden Farben. Ganz nach Bollywood-Manier findet sich Emmy in einem Dilemma wieder. Es sind mehrere einzelne Liebesgeschichten, die zunächst unauflösbar in einem Konkurrenzverhältnis stehen. Soweit wie die großen Klassiker. „Emmy findet ihr Glück“ ist aber auch anders: Es sind nicht die armen Mädchen, die um die Liebe eines Prinzen ringen, der sie rettet soll.

Filme sind ein Spiegel der Gesellschaft. Unser Film verhandelt Geschlechterverhältnisse und deren mediale Inszenierung. Die Hauptfigur ist eine Frau, die aktiv ihr Glück sucht. In vielen Filmen sind Frauen oft passiv dargestellt, während Männer die Initiative übernehmen. Emmy ist anders. Dabei spielen auch ihre Eltern eine besondere Rolle. Während er Hemden bügelt, ermuntert der Vater Emmy, selbst aktiv zu werden. Auch erzählt er begeistert davon, wie er ihre Mutter kennenlernen, die bei einem Überfall mutig und engagiert die Räuber in die Flucht schlug.

Der Film entstand im Rahmen einer achttägigen Bildungsveranstaltung. Die Teilnehmenden zwischen 16 und 24 Jahren mit und ohne Fluchterfahrungen diskutierten über Gesellschaft und welche Rollen Männern* und Frauen* zugeschrieben wird. Dabei stellte sich die Frage, was eigentliche realistische Geschlechterbilder und Beziehungskonzepte sind. Die jungen Leute diskutierten, was „romantisch“ ist und inwiefern Filme Vorstellungen und Wünsche suggerieren. Aus den Gesprächen heraus entwickelten die Teilnehmenden ein eigenes Filmkonzept, schrieben ein Drehbuch und setzten mit professioneller Unterstützung den Film um.

Von besonderer Bedeutung für die Filmgestaltung waren auch die unterschiedlichen Biografien der Teilnehmende. Jugendliche, die in Neu-Anspach und Umgebung aufgewachsen sind, tauschten sich mit Jugendlichen aus, die in anderen Teilen der Welt geboren wurden. Gerade in Hinblick auf Beziehungen und Freundschaften ergaben sich sehr spannende und lehrreiche Gespräche. So wurde etwa in Bezug auf körperliche Nähe zwischen Männern darauf hingewiesen, dass in Afghanistan oder Syrien etwa Umarmung, Händchenhalten usw. zwischen befreundeten und/oder verwandten Männern Usus ist, während es hier oft als homosexuell gedeutet und im Zuge dessen oft abgewertet wird. Die Teilnehmenden lehnten homophobe Ansichten ab. Ein Teilnehmer sagte: „Ich bin wegen meiner Meinung verfolgt worden und nach Deutschland geflohen. Andere Leute werden verfolgt wegen ihrer Liebe, weil sie homosexuell sind. Warum kann man die Leute nicht einfach leben lassen wie sie möchten?“

Am 1. September wurde der fertige Kurzfilm im Rahmen einer gut besuchten Premiere in den Räumen der Bildungsstätte der Öffentlichkeit vorgestellt. Familie, Freund*innen und Neu-Anspacher*innen hatten die Gelegenheit, die Regisseur*innen kennenzulernen, mit den Darsteller*innen zu sprechen und die Akteur*innen vor und hinter der Kamera zu interviewen. Der Film ist auf Wunsch der Teilnehmenden online nicht öffentlich verfügbar, wird auf Anfrage aber gerne zur Verfügung gestellt.

Auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Taunywood-Filmprojekt geben. Die Veranstaltung wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Paritätischen Bildungswerk Hessen e.V.

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Ihr Ansprechpartner:

christian kirschner webChristian Kirschner
Referent für politische Bildung
Fokus: Digitalisierung

Tel. 06081 912 73 21
Fax 06081 912 73 29

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